Zur Sache Herr Nitzer
Das neue EEG 2012 wurde wie geplant bereits in der ersten Jahreshälfte 2011 vom Bundesrat verabschiedet - die Biogasbranche hat mit unterschiedlichen Äußerungen auf das Ergebnis reagiert. Wie sehen Sie als Vertriebsleiter der UTS die Neuerungen?
Grundsätzlich positiv. Für die UTS sehe ich durchaus gute Chancen, die neuen Forderungen für Großanlagen zur Gaseinspeisung in Deutschland zu nutzen. Besonderes Potential sehe ich für die Entwicklungsmöglichkeiten von Kleinstanlagen, bei denen wir unsere in Eigenproduktion hergestellten Komponenten nutzen können.
Bessere Förderungen für Kleinstanlagen und höhere Einspeisetarife für Abfallstoffe - wie wird die UTS hierauf reagieren?
Insbesondere für 75 kW Biogasanlagen entwickeln wir derzeit ein marktfähiges Konzept, das wir aller Voraussicht nach auf der AGRITECHNICA 2011 im November präsentieren und anbieten können. Gerade mit unserer Eigenproduktion von Komponenten an verschiedenen Standorten in Deutschland sind wir sehr gut aufgestellt und vorbereitet. Über den deutschen Markt hinaus sehe ich für die UTS mittelfristig hohes Potential und ganz neue Märkte in Asien. Dort hat die dezentrale Energieversorgung ein noch wesentlich höheres Gewicht als auf dem europäischen Markt.
Auch große Biogas- und allen voran Gaseinspeiseanlagen scheinen von den Neuerungen der Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2012 zu profitieren - Hat die UTS-Gruppe dafür bereits Konzepte?
Ja. Die UTS hat in den letzten Jahren bereits einige Großanlagen mit über 1 MW elektrischer Leistung verkauft und den Betrieb dieser bestätigt. In Deutschland und Europa. Es bestehen also ausgereifte Konzepte, welche aktuell weiter mit den optimalen Schnittstellen zu diversen Gasaufbereitungstechniken verfeinert werden. Die UTS wird sich nicht auf ein spezielles Verfahren festlegen, aber sehr wohl kritisch prüfen, wie derzeit ein eigener Pilotversuch in Nordamerika zeigt.
Mit Blick auf das Geschäftsfeld in Europa - denken Sie, dass sich auch andere Länder, z.B. Italien oder Großbritannien, ein Beispiel an der deutschen Fassung des EEG nehmen werden?
Aufgeschlossene Länder wie Italien oder Großbritannien werden das EEG und die aktuellen Entwicklungen interessiert verfolgen. In Italien wird die momentan gültige Förderung ab 2013 gekürzt werden. In Großbritannien gehe ich davon aus, dass die Gaseinspeiseanlagen und größere Biogasanlagen (> 1 MW) ähnlich wie im EEG 2012 zukünftig besser gefördert werden. Die UTS ist in beiden Ländern gut auf die kommenden Entwicklungen vorbereitet und nimmt schon heute eine gute Marktposition ein.
Welche Chancen oder Risiken sehen Sie persönlich künftig für den deutschen Biogasmarkt?
Chancen sehe ich darin, dass gerade Energieversorgungsunternehmen ihre Investitionen im Biogasmarkt eher steigern als zurücknehmen werden. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach Biogas im deutschen Markt - vor allem in der Landwirtschaft - in den nächsten zwei Jahren deutlich zurückgehen wird. Auf beide Tendenzen ist die UTS jedoch vorbereitet.